Aus den Musikschulen

„Die Musikschule hat Priorität“

Foto: Marvin Heinze

Musikschule Holzminden

Am Anfang stand ein Hilferuf der Musikschulleitung und des Vereinsvorstandes. Die Musikschule kann ihren Lehrkräften derzeit nur rund zwei Drittel des an kommunalen Musikschulen üblichen Tariflohns zahlen. Einige Lehrer sind bereits von allgemeinbildenden Schulen abgeworben worden. Schulleiter Alexander Käberich und der Vorstand möchten den Lehrerkollegen gern eine attraktive Perspektive aufzeigen, für die Musikschule Holzminden Planungssicherheit für die nächsten Jahre und so eine „hohe Qualität und Dauerhaftigkeit“ erhalten. Ein Drei-Stufen-Plan soll bis 2020 eine Anhebung auf zumindest 79 Prozent des üblichen Tariflohns ermöglichen.

Der Rat der Stadt Holzminden hat einem entsprechenden Fördervertrag mit dreijähriger Laufzeit bis 2022 zugestimmt. Seit dem Jahr 2013 unverändert, bezuschusst die Stadt die Musikschule mit jährlich 69.000 Euro. Dieser Zuschuss soll auf 90.000 Euro 2020, dann auf 110.000 Euro 2021 und 130.000 Euro 2022 steigen.

Qualität und Bedeutung der an der Musikschule Holzminden erbrachten Arbeit wurde von allen im Rat anerkannt. Die gesellschaftliche Relevanz der hier geleisteten Förderung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, ist sicher unvergleichbar mit anderen erbrachten freiwilligen Leistungen der Stadt. Auch die Mehrheitsgruppe stellt dies nicht in Abrede und erkannte die „qualitativ gute Arbeit an“, die fester Bestandteil der Bildungslandschaft der Stadt sei. Angesichts der hohen Summe freiwilliger Leistungen in Höhe von rund zwölf Prozent der Haushaltsausgaben sollte aber eine Überprüfung in den Haushaltsberatungen der kommenden Jahre möglich sein. Zuvor hatte Bürgermeister Jürgen Daul für den Ursprungsantrag und eine angemessene Förderung der Musikschule geworben. Zu den herausragenden „weichen Faktoren“ eines Standortes mit 15.000 Arbeitsplätzen gehöre der kulturelle Bereich.

Erschienen im „Täglichen Anzeiger Holzminden“ am 16.09.2019