Landesförderung

Finanzhilfe

Öffentliche gemeinnützige Musikschulen und die Geschäftsstelle des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen werden vom Land Niedersachsen mit einer Finanzhilfe aus Glücksspielabgaben gefördert. Ziel der Förderung ist es, die Arbeit der anerkannten Musikschulen zu sichern und sie in die Lage zu versetzen, ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges musikpädagogisches Angebot zu sozialverträglichen Bedingungen zu gewährleisten. Die Mittelvergabe erfolgt auf der Rechtsgrundlage des § 18 des Niedersächsischen Glücksspielgesetzes (NGlüSpG).

Das Land Niedersachsen stellt den niedersächsischen Musikschulen zur Entwicklung und Durchführung qualifizierter Unterrichtsangebote für die musikalische Breiten- und Spitzenförderung sowie für die Durchführung studien- und berufsvorbereitender musikalischer Ausbildungsgänge aus Konzessionsabgaben lizensierter Glücksspielbetreiber eine gesetzlich garantierte Finanzhilfe in Höhe von 1.106.000 Euro zur Verfügung. Sollte der Ertrag aus den Glücksspielabgaben die im Jahr 2012 erzielte Summe überschreiten, fließt dem Landesverband ein Anteil an den erzielten Mehreinnahmen zu. Der Landesverband niedersächsischer Musikschulen ist vom Land Niedersachsen beauftragt, die Finanzhilfe nach Abzug eigener Verwaltungskosten und Kosten für die Umsetzung satzungsgemäßer Aufgaben auf der Grundlage eines vereinbarten Verteilerschlüssels an anspruchsberechtigte Musikschulen weiterzuleiten.

Insgesamt stand dem Landesverband im Jahr 2018 eine Finanzhilfe des Landes in Höhe von 1.223.443,37 Euro zur Verfügung (Vorjahr 1.195.385,50 Euro)

Von dieser Summe wurden nach Abzug der verfügbaren Mittel für den Betrieb der Geschftsstelle 1.109.936,37 Euro (89,99 %) nach dem gültigen Verteilerschlüssel an 76 anspruchsberechtigte Musikschulen verteilt (Vorjahr: 1.059.385,5 Euro):

Der anteiligen Mittelzuweisung an die Träger niedersächsischer Musikschulen ging ein aufwändiges Prüfungsverfahren der qualitativen und quantitativen Voraussetzungen der Antrag stellenden Musikschulen und der von ihnen angemeldeten Schüler und Stundenzahlen voraus.

Die Geschäftsstelle des Landesverbandes wurde mit 103.000 Euro (8,35 %) aus der Finanzhilfe gefördert. Für Qualifizierungsangebote, die sich an Lehr- und Leitungskräfte richteten, wurden 20.480 Euro (1,81 %) aus der Finanzhilfe aufgewendet.

Aufteilung der Finanzhilfen

    Finanzhilfe 20181.233.443,37 €
    Fördersumme lt. Lotteriegesetz1.103.000,00 €
    Mehreinnahmen Glücksspielgesetz127.443,37 €

    Mittel für Projekte und Weiterleitung 20181.233.443,37 €
    Geschäftsstelle103.000,00 €
    Qualifizierungsprogramm20.480,00 €
    Ensemblefachunterricht488.219,52 €
    Instrumental und Vokalunterricht452.177,35 €
    Studienvorbereitende Ausbildung169.556,51 €

    Weitere Projekte der Landesförderung

    Studienvorbereitende Ausbildung (SVA)

    Einen besonderen Stellenwert in der Landesförderung nimmt seit jeher die Studienvorbereitende Ausbildung (SVA) an den niedersächsischen Musikschulen ein. Musikschulen, die für diesen Bereich eine Förderung beantragen, müssen im Vorjahr der Antragstellung Aufnahme- und Zwischenprüfungen nach den jeweils gültigen Durchführungsvorschriften ordnungsgemäß angemeldet und durchgeführt haben. Der Landesverband arbeitet in der Sicherung von Qualitätsstandards eng mit der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und dem Institut für Musik an der Hochschule Osnabrück zusammen.

    Die SVA ist eine studien- und berufsvorbereitende Ausbildung, die an einer Musikschule angesiedelt ist. Sie hat die Aufgabe, junge Menschen, die ein besonderes Interesse und Potenzial erkennen lassen, auf ein mögliches künstlerisches bzw.

    (musik-)pädagogisches Musikstudium oder auch auf eine in Erwägung gezogene, musikbezogene Berufsausbildung vorzubereiten. Insbesondere bei älteren Schülerinnen und Schülern sollte eine entsprechende Eignung und Zielgerichtetheit erkennbar sein. In der SVA sollen individuelle Begabungen der aufgenommenen Bewerberinnen und Bewerber so gefördert werden, dass ihr musikalisches Potenzial und ihre Leistungsfähigkeit in besonderer Weise zur Entfaltung gebracht werden und eine gezielte Auseinandersetzung mit einem musikbezogenen Berufsziel ermöglicht wird. Lehrkräfte an Musikschulen und begleitende Prüfer einer Musikhochschule tragen deshalb eine große Verantwortung für den musikalischen Werdegang der Bewerber bzw. Teilnehmer. Dabei sollten durch entsprechende Angebote der Musikschulen auch die unterschiedlichen existierenden Studien- und Ausbildungsgänge und deren spezifischen Anforderungsprofile in angemessener Weise berücksichtigt werden. Vor der Bewerbung und im Laufe der SVA sind regelmäßige konstruktive Beratungsgespräche zwischen Lehrern, Schülern und Eltern ein wichtiger Bestandteil der verantwortungsbewussten Begleitung der jungen Menschen.

    Vor dem Hintergrund geänderter Hochschulzugangsvoraussetzungen und der Zielsetzung einer stärkeren Leistungsförderung hat eine Arbeitsgruppe des Landesverbandes im Jahr 2013 die Richtlinien zur Vergabe von Fördermitteln des Landes in der Studienvorbereitenden Ausbildung überarbeitet. Die Mitgliederversammlung hat das neue Regelwerk, das mehr Musikschulen und mehr SchülerInnen für die SVA gewinnen und ihnen einen leichteren Zugang ermöglichen sollte, verabschiedet. Seit dem Förderjahr 2014 gelten die neuen Fördergrundsätze, nach denen in einigen Aspekten auf obligatorische Vorgaben zugunsten einer individuellen Einzelfallberatung und –empfehlung verzichtet wird. Unter anderem entfällt die Pflichtbelegung eines instrumentalen bzw. vokalen Nebenfachs. Ebenso wird die bisher festgeschriebene Altersbegrenzung gelockert und der Förderzeitraum pro Schüler von 4 auf 6 Jahre verlängert.

    Wir machen die Musik!

    „Wir machen die Musik!“ ist das wichtigste Angebot für frühkindliche musikalische Bildung in Niedersachsen. Die Niedersächsische Landesregierung unterstützt das Programm bereits seit neun Jahren und finanziert bis zu 50% der an den Musikschulen anfallenden pädagogischen Personalkosten. Im Schuljahr 2018/19 werden vom Land insgesamt rund 2,3 Millionen Euro bereitgestellt. Alle Musikschulen in Niedersachsen, die am Programm teilnehmen, erhalten auf Basis der zur Verfügung stehenden Landesmittel ein individuelles finanzielles Angebot, das auf der zahlenmäßigen Grundlage der in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet lebenden Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter berechnet wird. Weitere Informationen und Daten finden Sie hier

    Hochbegabtenförderung VIFF-regional

    Im Rahmen des Programms VIFF-regional unterstützt das Niedersächsische Kultusministerium bereits seit 2007 an ausgewählten Musikschulstandorten die Förderung besonders begabter Kinder. Die pädagogische Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen Musikschulen in Oldenburg, Osnabrück, Stade, Hildesheim und Braunschweig und dem Institut zur Frühförderung hochbegabter Kinder an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

    Hierzu stellte das Kultusministerium für das Schuljahr 2018/19 über das Aktionsprogramm „Hauptsache:Musik Niedersachsen“ insgesamt 31.700 Euro bereit, die über den Landesverband niedersächsischer Musikschulen an die teilnehmenden Musikschulen weitergeleitet wurden. Mehr zu VIFF-regional

    Kultur macht stark

    Bündnisse für Bildung (2018 bis 2022) – Ein Förderprogramm des BMBF „MusikLeben 2“

    Der Verband deutscher Musikschulen (VdM) ist einer von 32 bundesweit agierenden Verbänden und Initiativen, die einen Zuschlag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) für das Förderprogramm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung (2018-2022)“ erhalten haben. Bis 2022 können bis zu 18 Mio. Euro an Projekte, die dem VdM-Konzept „MusikLeben 2“ entsprechen, weitergeleitet werden. Der VdM verfolgt mit „MusikLeben 2“ das Ziel, dass sich lokale Bündnisse für Bildung konstituieren und zielgruppenorientierte musikalische Bildungsmaßnahmen vor Ort durchführen. Die Maßnahmen sollen bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahren bei deren Stärkenentwicklung unterstützen, so dass diese eine größere Eigenständigkeit, mehr Teamfähigkeit und insgesamt bessere Bildungschancen entwickeln.

    In der zweiten Programmphase bis 2022 können als Projektformate Kurse im Vorschulbereich bzw. an allgemeinbildenden Schulen, Musicals, Wochenendkurse und Musikfreizeiten gefördert werden. Wenn auch Sie vor Ort ein Kooperationsprojekt für benachteiligte Kinder oder Jugendliche mit mindestens zwei weiteren lokalen Kooperationspartnern planen, können Sie sich um eine „MusikLeben 2“-Förderung bewerben. Der Antrag enthält eine Kurzbeschreibung, in welcher das Vorhaben, die Bündnispartner (mindestens zwei weitere), die Zielgruppe (Alter, Anzahl, Art der Bildungsbenachteiligung) und die Wahl des Formats beschrieben werden. Zusätzlich sind eine Projektkalkulation, eine Kooperationsvereinbarung, der Nachweis der Zeichnungsberechtigung und der Nachweis über die Gemeinnützigkeit der Musikschule einzureichen.

    Weitere Informationen: www.vdm-musikleben.de

    Verordnung über die Förderung von niedersächsischen Musikschulen aus Glücksspielabgaben

    Eine öffentliche gemeinnützige Musikschule in Niedersachsen kann vom Landesverband niedersächsischer Musikschulen e.V. als förderungswürdig anerkannt werden, wenn:

    sie einen kommunalen oder einen als gemeinnützig im Sinne der Abgabenordnung anerkannten privaten Träger hat und nicht mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird,

    zum Unterricht
    a. Elementare Musikerziehung, Musikalische Früherziehung und Musikalische Grundausbildung,
    b. die Unterweisung in mindestens fünf der sechs Kategorien Instrumentalunterricht für Streichinstrumente, für Zupfinstrumente, für Blasinstrumente, für Schlaginstrumente, für Tasteninstrumente sowie Vokalunterricht,
    c. Ensemblefachunterricht, insbesondere für Orchester, Band oder Chor, und
    d. Ergänzungsfachunterricht, insbesondere Musiklehre oder Hörerziehung,
    gehört,

    Unterricht in einem Umfang von mindestens 50 Jahreswochenstunden erteilt wird, wobei eine Jahreswochenstunde eine zugeteilte wöchentliche Unterrichtseinheit im Umfang von 45 Minuten ist, die ganzjährig mit Ausnahme der Ferienzeiten abgehalten wird,

    sie von einer hauptamtlich tätigen Fachkraft mit musikpädagogischer Hochschulausbildung oder mindestens fünfjähriger musikpädagogischer Berufserfahrung geleitet wird,

    die Mehrzahl der an der Schule beschäftigten Lehrkräfte ein musikpädagogisches Studium absolviert hat oder über eine gleichwertige musikpädagogische Qualifikation verfügt,

    die Mehrzahl der Lehrkräfte aufgrund eines schriftlichen Arbeitsvertrages beschäftigt ist und

    die Unterrichtsbedingungen, die Gebühren- oder Entgeltregelungen schriftlich festgelegt sind und die Gebühren- oder Entgeltgestaltung soziale Gesichtspunkte berücksichtigt.