Aus den Musikschulen

Mit Musik durch den Lockdown

Digitaler Unterricht an der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover

Musikschule der Landeshauptstadt Hannover

Nach dem ersten Schock: Mit Musik durch den Lockdown!

„Das war schon ein denkwürdiger Moment, als wir die Musikschule von einem auf den anderen Tag schließen mussten“, erinnert sich Verena Tschira. Es war der 16. März – ab da war Unterricht in der gewohnten Form nicht mehr möglich. Doch in den folgenden zwei Wochen erwachte die Musikschule bereits wieder zu neuem Leben!

Beherzt haben die mehr als 160 Lehrkräfte Programme ausprobiert, Konzepte entwickelt und den Austausch im Kollegium gesucht. „Sogar das gute alte Telefon oder Hausaufgaben per Briefpost wurden genutzt“, schmunzelt Verena Tschira. Besonders erfreulich: Egal welche Methode zum Einsatz kam, die Schüler*innen freuten sich über die neuen Unterrichtsformen und waren unglaublich dankbar. Das erzählen viele Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte in den ersten Wochen des „Wiedererwachens“ der Musikschule.

Der positive Zuspruch motivierte, in den schwierigen Monaten, die noch folgen sollten, den Fernunterricht weiter als festen Bestandteil beizubehalten, auch wenn zwischenzeitlich wieder Präsenzunterricht möglich wurde. Besonders herausfordernd waren die Ungewissheit und die sich ständig veränderten Corona-Verordnungen.

Die vielen fachlichen Unsicherheiten bescherten den Musikschulen und auch dem aktiven Musikunterricht in den Schulen ständig wechselnde Vorgaben: Mal war das Musizieren in der Schule erlaubt, mal nur in der Musikschule – und durchaus zu unterschiedlichen Bedingungen, was die Kolleg*innen vor weitere organisatorische und methodische Fragen über den Fernunterricht hinaus stellte: „Gilt die Maskenpflicht auch im Blasinstrumente- und Gesangsunterricht?“ Oder: „Wenn der Unterricht zwar erlaubt ist, aber nur eine*r spielen darf: Wie soll das etwa in Bläserklassen umgesetzt werden?“

Im gemeinsamen Austausch zwischen Musikschul-Lehrkräften und Schulmusiker*innen wurden dennoch viele sinnvolle Konzepte gefunden.  Verena Tschira kann von vielen Innovationen berichten: „Für neu startende Kooperationen zum Beispiel haben sich die Kolleg*innen mit Instrumenten-Videos den neuen Schüler*innen vorgestellt – das hatte den Vorteil, dass auch die Eltern sich die Präsentation anschauen konnten. Die Beteiligung an den Info-Veranstaltungen für Eltern, diesmal vom heimischen Rechner aus, war viel größer als sonst.“ Viele Kolleg*innen haben zudem in Eigenregie kreative Tutorials produziert. Vor allem im Bereich der Ensemblearbeit entstanden viele Online-Produktionen.

Ein Riesenschatz an Audios und Videos ist so entstanden. „Was das an Potential ans Licht gebracht hat, ist ein unschätzbarer Gewinn für uns alle. Das hat vielen richtig großen Spaß gemacht und neue Talente hervorgebracht. Dennoch können alle noch so  kreativen Lösungen  das gemeinsame Musizieren nicht ersetzen. Hoffentlich wird das also bald wieder möglich sein!“ so Verena Tschira.

Verena Tschira, Leiterin der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover (Redaktion Andrea Schwyzer)