Aus den Musikschulen

„One World Sessions“ der Musik-und Kunstschule der Stadt Osnabrück

Foto: Sigrid Neugebauer-Schettler
Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück

Im Jahr 2018 war einer der Schwerpunkte der Musik-und Kunstschule der Stadt Osnabrück geflüchteten Menschen die Türen zu öffnen, um miteinander Musik zu machen und sich gegenseitig Instrumente aus ihren kulturellen Kreisen näher zu bringen. Schon mit der Einstellung des 1. hauptamtlichen Saz-Lehrers mit türkischen Wurzeln hatte man im Jahr 2000 Zeichen gesetzt, die die Ziele der Friedensstadt unterstützten. Durch den Flüchtlingsstrom in den vergangenen Jahren kamen neue Instrumente und musikbegeisterte Menschen, darunter auch professionelle Musiker*innen nach Osnabrück. Die Mittel, die das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur 2018 zusätzlich zur Verfügung stellte, konnten in Osnabrück in diverse Projekte und neue Angebote einfließen. Zusammen mit dem soziokulturellen Zentrum „Lagerhalle“ brachte man die monatlich stattfindenden „One World Sessions“ auf den Weg. Hier treffen sich Musiker*innen aus vielen verschiedenen Kulturen, um gemeinsam Musik zu machen und ihre Musik interessierten Zuhörer*innen darzubieten. Auch konnte ein bekannter syrischer Ney-Spieler an der Musikschule Unterrichtangebote für ara-bische Musik etablieren, die sich reger Nachfrage erfreuen.

Viele Familien mit Flüchtlingshintergrund bringen ihre Kinder zur Musikschule, damit sie vor allem westliche Instrumente wie Klavier, Geige oder Gitarre erlernen. Doch es gibt auch schon fortgeschrittene junge Musiker*innen, die sich in der studienvor-bereitenden Ausbildung (SVA) auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten.

Eine großartige Unterstützung waren die beiden syrischen FSJler, die über die Sondermaßnahme der LKJ (Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung e. V.) eingestellt werden konnten und bei Übersetzungen, Kontakten und beim alltäglichen Geschäft das Musikschulteam tatkräftig mit anpackten.

Seit Sommer 2018 bereichert ein ca. 80 köpfiger interkultureller Chor das Musik-und Kunstschulleben, sowie die Interkult-Jugendband, deren Existenz über das Kultur macht stark-Pro-gramm ermöglicht werden konnte.

So finden an der Musik- und Kunstschule der Stadt Osnabrück viele Menschen verschiedenster Herkunft zumindest für einige Stunden eine neue Heimat und erleben die Freude einer Gemeinschaft im Musizieren mit anderen.