Mitgliederversammlung 2018

Zum ersten Mal in ihrer 53-jährigen Geschichte richtete die Musikschule im Bildungszentrum des Landkreises Wolfenbüttel die Jahrestagung des Landesverbandes Niedersächsischer Musikschulen aus. Die Veranstaltung fand unter der Leitung der Verbandspräsidentin Gabriele Lösekrug-Möller in der Landesmusikakademie Wolfen-büttel statt.

Inhaltlich beschäftigten sich die Vertreterinnen und Vertreter der 74 öffentlichen Musikschulträger mit gesell-schaftlichen Veränderungsprozessen und ihren Auswirkungen auf die musikalische Bildung in Niedersachsen. Zu den wichtigsten Herausforderungen der Zukunft zählen die wachsende Diversität der Gesellschaft, der fort-schreitende digitale Wandel und der erkennbare Mangel an musikpädagogischen Fachkräften in Schulen und Musikschulen. Zu diesen Themen wurden im Tagungsverlauf konzeptionelle Lösungsansätze erarbeitet. Eine wichtige Rolle spielte bei den Diskussionen auch das niedersächsische Musikalisierungsprogramm „Wir machen die Musik!“. Das Programm unterstützt landesweit die Zusammenarbeit von Musikschulen mit Kindertagesein-richtungen und Grundschulen. Es ermöglichte seit seinem Start im Jahr 2009 bereits 280.000 Kindern die Teilhabe an musikalischen Bildungsangeboten und soll nach dem Wunsch des Landesverbandes weiter ausgebaut werden.

Kamen für die musikalische Bildung zusammen (v.l.): Martin Bujara (Leiter Musikschule im Bildungszentrum Landkreis Wolfenbüttel), Johannes Münter (Präsident des Landesmusikrats), Gabriele Lösekrug-Möller (MdB) (Präsidentin Landesverband Niedersächsischer Musikschulen), Sigrid Neugebauer-Schettler (Vorsitzende Landesverband Niedersächsischer Musikschulen), Klaus Bredl (Geschäftsführer Landesverband Nieder-sächsischer Musikschulen ), Daniel Keding (Leiter Musikschule Braunschweig, Vorstandsmitglied Landesverband Niedersächsischer Musikschulen) und Markus Lüdke (Künstlerischer Geschäfts-führer Landesakademie Niedersachsen). Foto: Landkreis Wolfenbüttel

Zur Bewältigung der zusätzlich an sie herangetragenen Aufgaben benötigen die Musikschulen zwingend die Unterstützung der öffentlichen Hand. Die Mitgliederversammlung des Landesverbandes niedersächsischer Musikschulen hat deshalb eine Resolution zur Zukunft der Musikalischen Bildung verabschiedet.

In der Resolution werden wesentliche Zukunftsaufgaben öffentlicher Musikschulen in Folge der gesamtgesell-schaftlichen Veränderungsprozesse beschrieben. Zur Bewältigung der damit verbundenen zusätzlichen Heraus-forderungen ist zwingend die Unterstützung durch die öffentliche Hand erforderlich. In der Resolution fordert der Landesverband niedersächsischer Musikschulen insbesondere das Land Niedersachsen auf, die Bildungsarbeit öffentlicher Musikschulen stärker als bisher zu fördern. Um eine Chancengleichheit der Bevölkerung bei der Zugänglichkeit der Bildungsangebote zu gewährleisten, müsse die Musikschulförderung des Landes mindestens auf das Durchschnittsniveau der in den anderen Bundesländern gewährten Förderung angehoben werden. Die Mitgliederversammlung betrachtet die Resolution als Grundlage der künftigen inhaltlichen und politischen Arbeit des Landesverbandes.

Die als Tagungsgäste anwesenden Landtagsabgeordneten Matthias Möhle (SPD) und Christoph Plett (CDU) registrierten sehr aufmerksam die in der Resolution beschriebenen Handlungsfelder und damit verbundenen Forderungen der Musikschulen. In ihren Grußworten an die Verbandsversammlung dankten sie dem Landes-verband und seinen Musikschulen für die kulturell und gesellschaftlich bedeutende Arbeit. Beide Redner unterstrichen ihr Verständnis für die Belange der Musikschulträger und sicherten ihnen die uneingeschränkte
Unterstützung ihrer jeweiligen Fraktionen zu.

Einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt setzte die Tagung auf das Thema Diversität und kulturelle Vielfalt. Mit einem treffenden Impulsvortrag führte Gerda Maiwald, Mitarbeiterin der Bundesakademie für kulturelle Bildung und als Projektreferentin im Kompetenzverbind Kulturelle Integration und Wissenstransfer ausgewie-sene Expertin auf diesem Feld führte die Tagungsteilnehmer anschaulich und kompetent in das Thema ein.

Daran anknüpfend konnte Sigrid Neugebauer-Schettler den thematischen Bogen zur Arbeit der nieder-sächsischen Musikschulen herstellen. Anhand praktischer Beispiele unterstrich sie u.a. die Relevanz des „Index of Inklusion“ für die kulturelle Bildung und regte an, diesen Leitfaden möglichst umfassend in die Musikschularbeit einzubeziehen.

In einem abschließenden „World café“ wurden alle Tagungsteilnehmer aktiv in die Diskussionen einbezogen. Sie konnten sich an verschiedenen Themenstationen zu den Themenschwerpunkten „Digitalisierung“, „Diversität“, „Individual- und Begabungsförderung“ und „Wir machen die Musik!“ äußern und dort Wünsche und Vorschläge einbringen. Diese wertvollen Beiträge flossen in den darauffolgenden Wochen und Monaten die Arbeit des Vor-standes und der von ihm beauftragten Arbeitsgruppen ein.