Mitgliederversammlung 2020

Entgegen der ursprünglichen Planung, die Mitgliederversammlung in Stade zu veranstalten, entschied der Vorstand des Landesverbandes angesichts steigender Infektionszahlen, die Tagung am 14.3.2020 eintägig in Hannover durchzuführen. In ihrer Begrüßungsrede dankte Präsidentin Gabriele Lösekrug-Möller der Kreisjugendmusikschule Stade, namentlich dem Leiter Jochen Brockmann, für die bereits umfangreich geleisteten Vorbereitungsarbeiten sowie Verena Tschira für ihre Unterstützung bei der kurzfristigen Verlegung der Tagung ins Gebäude der Musikschule Hannover.

Wahl der Präsidentin

Gleich zu Beginn der Tagung wurde Präsidentin Gabriele Lösekrug-Möller einstimmig für eine weitere Legislaturperiode in ihrem Amt bestätigt. Vorstand und Mitgliedschaft würdigten mit lang anhaltendem Applaus ihr großartiges Engagement und dankten Frau Lösekrug-Möller für ihre Bereitschaft, sich auch weiterhin an der Spitze des Verbandes für die Interessen der musikalischen Bildung einzusetzen.

Blumen für die Führungsspitze des Landesverbandes: Gabriele Lösekrug-Möller und Sigrid Neugebauer-Schettler

Neues Konzept für Begabungsförderung

Daniel Keding stellte den Konzeptentwurf einer umfassenden und flächendeckenden „Systematischen musikalischen Individual- und Begabungsförderung“ (smibf) vor. Das Konzept wurde von einer Arbeitsgruppe in zahlreichen Sitzungen entwickelt, der Vertreter*innen aus Musikschulen und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover angehörten. Wichtige Elemente des Konzepts sind die frühzeitige Identifikation musikalisch interessierter Kinder bereits im Kindergartenalter und deren gezielte Hinführung zu Förderangeboten der Musikschulen, die Zusammenarbeit mit Eltern sowie Bildungs- und Kooperationspartnern der Musikschulen. Eine wichtige Rolle im Konzept spielt das Musikalisierungsprogramm des Landes „Wir machen die Musik!“, welches im Sinn der Erkennung und Förderung musikalischer Talente erweitert werden soll. Ziel ist es, mehr Kinder und Jugendliche gezielt auf musikalische und insbesondere musikpädagogische Berufsfelder bzw. Studiengänge vorzubereiten. Als einen Baustein innerhalb des Gesamtkonzepts erläutert Daniel Keding das Modul „Young professionals“ zur Förderung musikalisch besonders begabter Kinder im Alter von ca. 8-14 Jahren. Der Plan war, dieses Konzept mit Förderung durch das Aktionsprogramm Hauptsache:Musik des Niedersächsischen Kultusministeriums im Schuljahr 2020/21 in Zuständigkeit und Verantwortung der vier Musikschulregionen umzusetzen.

Politikmarketing

Sigrid Neugebauer-Schettler stimmte die Tagungsteilnehmer*innen auf die Aufgabenstellung ein, gemeinsam ein Konzept für ein strategisches Politikmarketing auf allen Ebenen zu entwickeln. Ziel müsse es sein, eine breite Öffentlichkeit, vor allem aber politische Entscheidungsträger auf kommunaler Zuständigkeit und Landesebene noch stärker mit den Zielen musikalischer Bildung zu identifizieren. Nur so könne es gelingen, die für die weitere Entwicklung notwendige finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ziel sei die Anhebung der Landesförderung mindestens auf das Durchschnittsniveau aller Bundesländer. Als Grundlage einer wirksamen politischen Kampagne trugen die Tagungsteilnehmer*innen in einem „world café“ wertvolle Vorschläge und Ideen zusammen.

Digitalisierung

Holger Denckmann erläuterte in seinem Vortrag sehr anschaulich die verschiedenen Felder, Möglichkeiten und Instrumente einer zukunftsweisenden digitalen Strategie für Musikschulen vor. Insbesondere vor dem Hintergrund der drohenden sozialen Einschränkungen im Zuge der sich rasch ausbreitenden Pandemie rät er nachdrücklich dazu, sich mit der Materie vertraut zu machen und ermunterte die Kolleg*innen zu einem raschen Einstieg.

Wie richtig Holger Denckmann mit seinen Empfehlungen lag, sollte sich schon wenig später herausstellen. Die sich zuspitzende Situation der Corona-Pandemie, insbesondere die sich abzeichnende Schließung von Schulen bestimmte die Tagungsatmosphäre ganz wesentlich. Besorgt wurde die Lage verfolgt, die sich, was sich damals niemand ausmalen konnte, zu einer Krise ungeahnten Ausmaßes entwickeln sollte. Bereits wenige Tage nach der Mitgliederversammlung trat der erste Lockdown in Kraft und legte das kulturelle Leben für viele folgende Monate mehr oder weniger auf Eis.