VIFF-regional 2018

Mit dem Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) hat sich an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover seit dem Jahr 2000 ein bundesweit einzigartiges Erfolgsmodell zur Frühförderung musikalisch besonders begabter Kinder und Jugendlicher etabliert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche, die ein überdurchschnittlich hohes musikalisches Potenzial erkennen lassen, systematisch in ihrer musikalischen
Entwicklung zu fördern. Im Jahr 2007 wurde das Unterrichtsund Fördermodell der Vorklasse (VIFF) in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen als Projekt VIFF-regional erweitert und mit Förderung durch das Niedersächsische Kultusministerium auf VdM-Partnermusikschulen
in den Regionen Niedersachsens übertragen.

In enger Abstimmung mit dem IFF wenden sich die regionalenVIFF-Partnermusikschulen (Osnabrück, Braun-schweig, Hildesheim) in ihren Einzugsbereichen mit einem abgestimmten Förderangebot an Kinder mit beson-derer musikalischer Begabung. Nach eingehender Beratung von Eltern und Kind und Bestehen der Aufnahme-prüfung an der Musikschule können Kinder ab ca. acht Jahren in das Förderprogramm VIFF-regional auf-genommen werden. Gemeinsam mit allgemein bildenden Schulen, Hochschulen, Orchestern und Privat-musiklehrern vor Ort werden jährlich rund 60 Kinder optimal und wohnortnah in ihrer individuellen musikalischen Entwicklung gefördert. Begleitend zum Instrumentalunterricht, der natürlich auch musikschulextern erfolgen kann, erhalten die Kinder zusätzlichen Unterricht in den Bereichen Gehörbildung, Musiktheorie und Rhythmus-schulung. Hinzu kommen ergänzende Unterrichtsangebote für Singen, Ensemblespiel sowie Musik und Bewegung.

In den letzten Jahren hat für VIFF-regional eine Verschiebung der Zielsetzung und damit der Methoden und In-halte stattgefunden. Der ursprüngliche Aspekt einer Förderung individueller Hochbegabung mit dem Ziel einer späteren Aufnahme in das IFF der HMTM ist zurückgetreten zugunsten einer allgemeinen Musikalisierung und einer ganzheitlichen Musikerziehung in enger Verzahnung mit dem Instrumentalunterricht.

Eine vom Landesverband eingerichtete Arbeitsgruppe entwickelt vor diesem Hintergrund derzeit ein Gesamt-konzept, um insbesondere in der Fläche noch mehr musikalisch begabte Kinder erreichen zu können. Die ver-änderte Zielsetzung führte in den letzten zwei Jahren zu spürbar größerer Akzeptanz bei Eltern und Lehrkräften. Wurden zunächst Überlastung, Überforderung und unerwünschte Prominenz der Kinder befürchtet, zeigt die jetzt wachsende Akzeptanz sich in einer erfreulichen Zahl von Neubewerbungen. Eltern und Lehrkräfte betonen,
wie wichtig die ergänzenden Unterrichte in Musiktheorie und Gehörbildung seien. Auch die zusätzlichen Work-shopangebote bereicherten die fundierte Ausbildung der jungen Kinder sehr wertvoll. Die Kinder zeigen reges Interesse an den Zusatzangeboten und gehen mit Freude und Motivation in den Unterricht.

Auch unter der neuen Zielsetzung wird dem Aspekt der individuellen Begabungsförderung viel Aufmerksamkeit zuteil. Wie auch in den vergangenen Jahren gab es Einzelfälle, die auf einen späteren Übergang ins IFF/Hannover hoffen lassen. Eltern und Kinder, aber auch die beteiligten Lehrkräfte, erhalten in diesem Prozess eine intensive fachliche und beratende Begleitung. In Einzelfällen konnte eine Vorstellung eines Schülers/einer Schülerin bei Professoren der Musikhochschule vermittelt werden.

Prof. Christoph Hempel

VIFF-Regional – Berichte aus den Standorten