VIFF-regional

Mit dem Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) hat sich an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover seit dem Jahr 2000 ein bundesweit einzigartiges Erfolgsmodell zur Frühförderung musikalisch besonders begabter Kinder und Jugendlicher etabliert. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche, die ein überdurchschnittlich hohes musikalisches Potenzial erkennen lassen, systematisch in ihrer musikalischen Entwicklung zu fördern. Im Jahr 2007 wurde das Unterrichts- und Fördermodell der Vorklasse (VIFF) in enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband niedersächsischer Musikschulen als Projekt VIFF-regional erweitert und mit Förderung durch das Niedersächsische Kultusministerium auf VdM-Partnermusikschulen in den Regionen Niedersachsens übertragen. Zu den Berichten aus den Standorten

Förderangebot an Kinder mit besonderer musikalischer Begabung

Die öffentlichen Musikschulen in Braunschweig, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück und Stade verfügen über langjährige Erfahrung in der Erkennung und Förderung musikalischer Talente. In enger Abstimmung mit dem IFF wenden sich die regionalen VIFF-Standorte in ihren Einzugsbereichen mit einem abgestimmten Förderangebot an Kinder mit besonderer musikalischer Begabung. Nach eingehender Beratung von Eltern und Kind und Bestehen der Aufnahmeprüfung an der Musikschule können Kinder ab ca. neun Jahren in das Förderprojekt VIFF-regional aufgenommen werden. Gemeinsam mit allgemein bildenden Schulen, Hochschulen, Orchestern und Privatmusiklehrern vor Ort fördern die VdM-Musikschulen jährlich rund 60 Kinder optimal und wohnortnah in ihrer individuellen musikalischen Entwicklung. Begleitend zum Instrumentalunterricht, der natürlich auch musikschulextern erfolgen kann, erhalten die Kinder zusätzlichen Unterricht in den Bereichen Gehörbildung, Musiktheorie und Rhythmusschulung. Hinzu kommen ergänzende Unterrichtsangebote für Singen, Ensemblespiel sowie Musik und Bewegung. Aufgrund der Förderung des Landes Niedersachsen ist die Teilnahme am Projekt zu besonders günstigen Konditionen möglich.

VIFF-Flyer

10 Jahre VIFF-regional

Im September 2017 fand in der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Förderprogramms unter organisatorischer Leitung von Prof. Martin Brauß, Prof. Christoph Hempel und Imme Henrike Wolters eine dreitägige Jubiläumsveranstaltung statt, die mit musikalischer Arbeit und umfangreichen Angeboten zu Information, Kommunikation, Fortbildung und musikalischer Präsentation Kinder, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen ansprach. Für die teilnehmenden Kinder war die musikalische Arbeit mit professionellen Musikern ein „Highlight“, und die Begeisterung über die gemeinsam erarbeiteten und präsentierten Ergebnisse war bei allen zu spüren. Auch die Fachvorträge und Workshops zu Themen wie „Musikalische Begabung“, „Integration der Musiklehre in den Instrumentalunterricht“ und andere stießen auf großes Interesse der Musikschullehrkräfte.

Perspektiven für VIFF-regional

Als Fazit des bisherigen Weges kann gelten: Das Angebot VIFF-regional wird von den Kindern angenommen und belegt in ihrer musikalischen Ausbildung einen wichtigen Platz. Die künstlerischen Anforderungen zur Aufnahme in das IFF sind jedoch sehr hoch. Nur selten findet sich unter den Schülern von VIFF-regional ein Kind oder Jugendlicher, dessen künstlerisches Können begründete Hoffnung auf eine Entwicklung in Richtung IFF erlaubt. Die adäquate Entwicklung und Förderung einer echten musikalischen Hochbegabung erfordert vom Schüler (und den Eltern) enormes Engagement und Verzicht auf vieles andere. Dies ist in vielen Familien nicht möglich oder soll den Kindern nicht zugemutet werden. Den Begriffen „Elite“, „Hochbegabung“ und „Exzellenz“ stehen viele Lehrpersonen und Eltern misstrauisch gegenüber.

Auf der anderen Seite sind dem Ausbildungsgang VIFF-regional andere wichtige Aufgaben zugewachsen. Der Elitegedanke ist in den Hintergrund getreten zugunsten einer Idee einer unterstützenden, ganzheitlichen Musikausbildung, die sich nicht auf den Unterricht im Hauptinstrument beschränkt. Die Kinder, die VIFF-regional besuchen, haben Freude am Unterricht und sind stolz darauf, auf diese Weise gefördert zu werden, wie die Begeisterung der Kinder bei der Jubiläumsveranstaltung im September 2017 zeigte.

Landesverband und die beteiligten Musikschulen haben die Notwendigkeit einer Neugestaltung erkannt und diese in ersten konzeptionellen Gesprächen diskutiert und vorbereitet. Eine Arbeitsgruppe wird dazu die inhaltlichen, pädagogischen und organisatorischen Grundzüge erarbeiten. Engagement und Vernetzung der Musikschulen untereinander sollten zukünftig noch mehr auf inhaltliche und organisatorische Bedürfnisse abzielen und im Sinn eines möglichst flächendeckenden Qualitätsverbundes für die Förderung besonders begabter Kinder perspektivisch auf eine neue Basis gestellt werden.

VIFF-Regional – Berichte aus den Standorten